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LK Zug wird von Spono Eagles auseinander genommen

  • Input Thomas - Titel: Es fehlen wichtige Komponenten im Spiel der Zugerinnen
  • Inhalt gross Thomas: Noch ist nichts verloren um sich unter den vier besten Teams für die entscheidenden PlayOff's einzureihen. Die Schlinge wird aber enger und welche Auswirkungen eine künftige Verunsicherung ausmachen könnte, wird man sehen. Betrachtet man die letzten Spiele der Zugerinnen so stellt man fest:

    Topskorer auf der Bank

    Der LK Zug ist wohl das einzige Team, welches ohne Topskorerin die meisten Partien beginnt. In den letzen Begegnungen spielte sie vermehrt auf RL - zur Topskorerin ist sie aber vorwiegend (als Rechtshänderin) auf RR gereift.

    Kreisläuferin sucht Passgeberinnen

    Es fällt auf, dass praktisch keine Tore über die Kreisläuferpositionen erzielt werden. Nicht dass die Spielerinnen nicht treffen - nein, sie erhalten sehr wenige Bälle. Ein Trumpf, welcher vor Jahren (z.B. Geissmann, Pavic) den LK Zug ein Stück ausgemacht hat.

    Keine Gegenstösse

    Der LK Zug lässt das in den letzten Jahren gefürchtete Gegenstossverhalten komplett vermissen. Eine Tugend, für welche die Zugerinnen berüchtigt gewesen sind und auf welche sich die Gegnerinnen gezielt einstellen mussten.

    Keine «schnelle Mitte»

    Ebenso verhält es sich mit der «schnelle Mitte». Bei 35 Gegentoren ist die Anzahl dieses taktischen Mittels überschaubar.

    Der LK Zug wird Schritt für Schritt weitermachen um mittelfristig wieder unter den TOP2-Teams zu finden sein. Dafür braucht es sicher noch etwas Zeit. Für die Zugerinnen hoffe ich, dass die künftigen Partien von genau so grossem Erfolg gekrönt sein werden, wie der Wille mit welchem man die TOP4 erreichen möchte.

  • Beitrag Obertitel: Spar Premium League
  • Beitrag Kurzinfo: Die Leistungen der Zugerinnen werfen Fragen auf. Man will - aber irgendwie schafft man es nicht.
  • Beitrag Meta: Der LK Zug geht im «Innerschweizer» Derby vor heimischem Publikum gegen die Spono Eagles mit 25:35 unter. Die Zugerinnen finden keine Mittel sich in der Abwehr und auch im Angriff erfolgreich gegen die sehr motivierten und fokussierten Nottwilerinnen zu stämmen. Egal auf welcher Position - an diesem Sonntag waren die Zugerinnen überall unterlegen...
  • Beitrag Autor: Text: Stephan Santschi NZZ | Bild: Jürg Viert (25.02.24)

Die Spono Eagles deklassieren Zug im Zentralschweizer Derby mit 35:25 – und feiern ein besonderes Comeback.

In der 16. Minute hallten Anfeuerungsrufe für Catherine Csebits von der Tribüne der Zuger Sporthalle. Die Rückraumspielerin der Spono Eagles betrat erstmals in dieser Saison den Platz, vor eindreiviertel Jahren hatte sie sich an selber Stelle schwer am Fuss verletzt. «Es ging so ziemlich alles kaputt, was in einem Fuss kaputtgehen kann», erklärt Nottwils Trainer Marco von Ow. «Sie braucht nun ihre Zeit, doch es ist sehr schön, dass sie wieder dabei bist.» Die Partie von Ende Mai 2022, in welcher Csebits damals ausfiel, war geschichtsträchtig: Im finalen Playoff-Finalspiel sicherten sich die Luzernerinnen mit einem 37:31-Sieg den sechsten Schweizer-Meister-Titel.

Am Sonntag herrschte keine Showdown-Atmosphäre, dafür ist es in dieser Saison noch zu früh, zur Sache ging es im dritten Finalrundenspiel der SPL 1 aber gleichwohl. Beide Teams kassierten zuletzt zwei Niederlagen in Serie und wollten sich mit einem überzeugenden Auftritt aus der Baisse bugsieren. Gelungen ist dies nur den Spono Eagles: Der 35:25-Sieg ist das klarste Ergebnis in diesem Zentralschweizer Derby seit fast zehn Jahren, Ende April 2014 hatte der LKZ mit 33:19 gewonnen. «Wir haben mit Schuss gespielt», meinte Flügelspielerin Mia Emmenegger. «So macht es Spass.»

Mia Emmenegger trifft und trifft und trifft

Die 19-jährige Linkshänderin zeigte ein weiteres Mal auf, weshalb sie in Europa ein begehrtes Talent ist – nächste Woche dürfte bekannt werden, zu welchem Klub im Ausland sie im Sommer wechseln wird. Gegenstoss um Gegenstoss lief Emmenegger, auch von ihrer Position auf Rechtsaussen ging sie immer wieder in den Abschluss, am Ende hatte sie aus zwölf Versuchen zwölf Tore erzielt. Sie stand dabei sinnbildlich für die Leistung Nottwils, das mit Tempo, Spielwitz und Treffsicherheit auftrat. «Wir hatten eine gute Energie auf dem Platz, so wollen wir spielen», befand Emmenegger.

Von Beginn weg legte Spono vor, nach 18 Minuten führten die Gäste erstmals mit vier Toren (11:7). Zur Pause war Zug wieder in Schlagdistanz (14:16), weil sich Spono etwas gar viele Strafen eingehandelt hatte. Der LKZ witterte seine Chance, die Bank bejubelte jeden Treffer frenetisch, um die zuletzt etwas abhandengekommenen Emotionen in die Akteurinnen auf dem Platz zu implementieren. Tatsächlich gelangen ein paar schöne Aktionen, der Dreher von Kyra Gwerder zum Beispiel, der Flieger von Celia Heinzer oder etwas früher im Spiel der Schlenzwurf von Leah Stutz. Alles in allem waren die Zugerinnen ihrem Dauerrivalen aber klar unterlegen. Die vielen Abgänge von Leistungsträgerinnen in den letzten Jahren (unter anderen Kähr, Scherer, Estermann, Cavallari, Goldmann, ­Riner) sind spürbar. «Uns mangelt es hinten und vorne an der Lockerheit. Wenn wir in Rückstand geraten, denken wir zu viel nach. Wir haben zu wenig Erfahrung», erklärt LKZ-Trainer Silvan Häfliger. Spono verteidigte derweil aggressiv, hatte mit Goalie Soraya Schaller einen grossartigen Rückhalt (45 Prozent Abwehrquote) und gefiel mit schnellen, breiten und entschlossen vorgetragenen Spielzügen.

Am Ende feierten die Nottwilerinnen einen Kantersieg, dem Trainer von Ow das Potenzial eines Türöffners zutraut. Nicht zuletzt, weil Spono aufgrund vieler Absenzen nur mit zwölf Frauen angereist war. Die meisten spielten durch, nur zwei Feldspielerinnen wurden eingewechselt (Stuttfeld, Csebits). Nuria Bucher (zuletzt krank) und Nachwuchsspielerin Alia Röösli blieben auf der Bank. «Wir glauben an uns, wir haben einen coolen Teamspirit», betont Mia Emmenegger. Soll es wie vor zwei Jahren zum Meistertitel reichen, müssen die Spono Eagles ihr Potenzial fortan aber konstanter abrufen.

 

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Albertsen im Abschieds-Interview: «AUF DIESE JUNGEN FRAUEN MUSS MAN BAUEN»

  • Input Thomas - Titel: Ende gut alles gut - oder traut sich niemand an der Oberfläche zu kratzen?
  • Inhalt gross Thomas: Sehr talentierte Spielerinnen weiter zu bringen ist einfacher als sie auf das Niveau heranzubringen, damit sie überhaupt für einen Nationaltrainer interessant werden. Das ist Knochenarbeit und benötigt viel Leidenschaft und Freude an dieser Arbeit - was nicht bedeutet, dass dies dann später anders wäre. Wenn ich so das Interview und generell den Mainstream seitens SHV um Martin Albertsen herum betrachte, dann könnte man schon meinen, dass nur der Nationaltrainer alleine die Spielerinnen soweit gebracht hätte. Das ist aber bei weitem nicht so. Im Gegenteil - seit dem Wegzug nach Dänemark relativiert sich die Arbeit von Martin Albertsen betreffend aktiver Ausbildung der Spielerinnen doch schon. Diese Tatsache hat dann auch bei diversen Vereinen einen fade Beigeschmack bekommen. Während dieser Zeit haben andere Trainer am OYM einen wesentlich grösseren (Trainigs-)Anteil - davon spricht aber niemand bzw. hat man gar nicht auf dem Radar. Und wenn wir schon mal dabei sind - ich verstehe nicht, dass der SHV bedingungslos an einen Nationaltrainer geglaubt hat und offensichtliche Zeichen - auch seitens der Spielerinnen - nicht erkannte oder erkennen wollte. Nach der Kritik seitens Nationalspielerinnen an den SHV wurde ebenfalls zu wenig unternommen. Magglinger Protokolle - schon mal was davon gehört? Es gibt vieles, was der Öffentlichkeit nicht bekannt ist - und wenn jemand den Rücktritt von Xenia Hodel nicht nachvollziehen kann, dann kennt oder glaubt er einfach nur die öffentlich bekannte Meinung. Junge Nachwuchsspielerinnen «müpfen» nicht auf wenn sie sehen, dass sie gute Chancen haben - diese Tatsache darf man ignorieren oder zu wenig stark gewichten. Ich hoffe sehr, dass der SHV ein gutes «Händchen» für die Wahl des/der neuen Verantwortlichen für die Schweizer Nationalmannschaft hat. Auch bin ich der Meinung, dass dieses Amt nicht mit der Hauptverantwortung CONCORDIA Frauen-Akademie OYM gekoppelt sein sollte. Die Gefahr, dass nicht die besten Spielerinnen der Schweiz sondern die besten Spielerinnen am OYM für die A-Nationalmannschaft nachgezogen werden ist m.E. einfach zu gross. Es ist ja schon interessant, dass er in diesem Interview genau eine Aussage zur diesem Szenario gemacht hat. Hat man da in ein Wespennest gestochen? Zudem sollte man wieder schauen, dass die verschiedenen Nachwuchsnationalteams eigene Gefäss-Trainer haben. Dadurch wird besser gewährleistet, dass nicht nur die «Lieblingsspielerinnen» nachgezogen werden, die Karten öfters neu gemischt und das vorhandene Potential noch besser sichtbar gemacht werden. Der Einfluss einer Person für alle Nationalmannschaftsgefässe ist nicht gut - er hemmt die Entwicklung einzelner Spielerinnen.
  • Beitrag Obertitel: Nationalmannschaft
  • Beitrag Kurzinfo: Der Aufschwung im Schweizer Frauen-Handball hängt eng mit dem Namen Martin Albertsen zusammen. Nach fünf Jahren als A-Nationaltrainer, Cheftrainer Akademie und U20-Nationaltrainer ist am vergangenen Wochenende an der U19-EM in Rumänien seine letzte «Schweizer» Mission zu Ende gegangen. Das Abschiedsinterview.
  • Beitrag Meta: Nach 5 Jahren verlässt Martin Albertsen den SHV - hier das Interview nach der U19-EM in Rumänien.
  • Beitrag Autor: Quelle: Raphael Bischof (Text), EHF (Foto)
  • Beitrags Link: https://www.handball.ch/de/news/2023/abschiedsinterview-mit-martin-albertsen/
  • Beitrag Link Text: Originalbericht SHV

Kopenhagen – Pitiresti – Budapest. Erfolgscoach Martin Albertsen ist in diesem Handball-Sommer ständig auf Achse. Vor rund drei Wochen verliess er seine Heimat Dänemark in Richtung Rumänien, beendete dort die U19-EM mit der Schweiz inklusive Vorbereitungsturnier auf dem 7. Platz ehe er direkt nach Ungarn, Heimat seines neuen Vereins Ferencvaros Budapest, weiterreiste. Handball.ch erreicht Albertsen am Dienstagmittag am Telefon. Die Erinnerungen an intensive letzte Wochen mit der U19 sind noch frisch.

Martin Albertsen, hast Du dich in deiner neuen Heimat schon gut eingelebt?
Martin Albertsen: Ich sitze hier gerade in einem Café 100 Meter von meiner neuen Wohnung entfernt. Die ersten Termine bei Ferencvaros sind bereits durch, ich bin aber noch ein wenig müde. Nach dem tollen Ergebnis an der U19- EM in Rumänien haben wir noch ein bisschen gefeiert. Es war ein emotionaler Schluss und ich habe nicht viel geschlafen in den letzten Tagen (lacht).

Nach fünf Jahren beim Schweizer Verband hast du mit Abschlussrang 7 an der U19-EM noch einmal für ein Ausrufezeichen gesorgt. Was ging dir am Sonntag in Pitiresti nach dem Sieg über Montenegro an der Seitenlinie durch den Kopf?
Es war für mich sehr emotional – und auch für die Mädels. Wir hatten eine schöne Zeit. Dass wir es zum Schluss noch einmal schafften gegen einen starken Gegner ein super Spiel abzuliefern und zu gewinnen, macht das Ganze noch schöner. Ich dachte in diesem Moment aber auch an Emma Bächtiger. Nach einer schweren Knie-Verletzung hat sie es knapp nicht an die EM geschafft. Das ist sehr schade. Emma gehört zu diesem Team wie alle andern.  

Trotz deinem Wechsel zu Budapest bist du noch einmal an die U20-EM gereist. Es war für dich immer klar, dass du diese letzte Aufgabe übernehmen wirst, oder?
Klar. Nur schon, weil wir in der Akademie lange auf dieses Turnier hingearbeitet haben (insgesamt waren acht Akademie-Spielerinnen in Rumänien mit dabei, die Red.). Nun ist uns sogar der perfekte Abschluss gelungen. Dafür haben wir in den vergangenen Jahren hart gearbeitet. Und das trotz Pechsträhne! Erst fehlte uns Nuria Bucher mit einer Hirnerschütterung, dann Claire Hartz. Das sind neben Emma zwei weitere absolute Schlüsselspielerinnen.

Das Team hat diesen Widrigkeiten getrotzt. Auch, weil der Glaube an die eigene Stärke vorhanden war? Bei deinem Amtsantritt vor fünf Jahren hast du gesagt, dass in der Schweiz genau dieser Glaube fehle. Hat sich das geändert?
Die ganze U20 hat ein Video für mich gedreht. Jede Spielerin bedankt sich da, sagt, was sie in den vergangenen Jahren gelernt hat. Alle haben nun grosse Ziele, wollen ins Ausland! Diese junge Generation möchte ihre handballerischen Grenzen ausloten und herausfinden, wie weit sie mit ihrem Talent kommt. Das macht mir riesige Freude und zeigt, dass sie an sich glauben.

Das gilt auch für die Spielerinnen der A-Nationalmannschaft.
Natürlich! Früher sagten viele talentierten Spielerinnen in der Schweiz zu früh «Stop», hatten keine grossen sportliche Ziele. Jetzt wechselt Tabea Schmid zu Kopenhagen. Mia Emmenegger hat eine grosse Zukunft vor sich und Malin Altherr weiss endlich, wie gut sie ist. Das sind nur drei Beispiele. Und es gilt auch für die «älteren» Spielerinnen. Eine Kerstin Kündig oder Chantal Wick haben sich in den vergangenen Jahren noch einmal sehr gesteigert. Weil sie an sich glauben!

Bleiben wir beim A-Team. Unter deiner Ägide hat die Schweiz eine WM-Teilnahme in den Playoffs knapp verpasst, dafür gelang eine erste – historische – EM-Teilnahme. Hättest du eine solche Bilanz vor fünf Jahren unterschrieben?
Hätte ich im Sommer 2018 gesagt, dass ich mit der Schweiz an die EM 2022 möchte, wäre ich als Idiot bezeichnet worden. Das zeigt ziemlich gut, was wir in den vergangenen Jahren erreicht haben. 2018 dachte niemand an eine Endrunden-Teilnahme. Hier muss ich aber die Spielerinnen loben. Es ist beeindruckend, wie die teilweise Gas gegeben und auf internationaler Bühne performt haben. Das hätte ich selbst nicht gedacht.

Deine Arbeit als Nationaltrainer war eng mit jener als Akademie-Trainer der CONCORDIA Frauen-Akademie im OYM verbunden. Zahlreiche Talente hast Du ins A-Team eingebaut. Ist das auch der Weg für die Zukunft?
Die Akademie-Spielerinnen sind die Zukunft des Schweizer Frauen-Handballs. Dank diesem Akademie-Gefäss steigt die Qualität im Training enorm. In dieser Gruppe entsteht ein neues Level – technisch, taktisch, mental. Ich weiss, mit Einführung der Akademie haben sich für die Klubs ein paar Dinge geändert. Aber das ist der Weg an die internationale Spitze. Andere Nationen tun es auch und ernten ebenfalls Früchte, beispielsweise Portugal an dieser U19-EM. Es ist mein Wunsch, dass dieses erfolgreiche Konzept in der Schweiz weitergeführt wird.

Mit Norma Goldmann und Alessia Riner wechseln die ersten Akademie-Spielerinnen diesen Sommer in die Bundesliga. Bist du stolz?
Ich bin mega stolz auf die beiden. Im August 2020, als wir im OYM loslegten, sagte ich: Wenn wir hier jeden Tag erfolgreich zusammenarbeiten, schafft ihr den Sprung in eine grosse Liga. Dass das nun so gekommen ist, dass es aufgegangen ist, macht mir unheimlich stolz. Auch wenn es einer gewissen Logik entspricht. Zudem bin ich überzeugt, dass weitere Spielerinnen diesen Sprung schaffen werden. Keine Sorge. Nach der EM in Slowenien haben sich zahlreiche Clubs bei mir nach unseren Spielerinnen erkundigt.

Was war dein persönliches Highlight in fünf Jahren Schweizer Frauen-Handball? 
Ich komme grad von der U19-EM in Rumänien. Momentan ist es dieses Turnier und der emotionale Abschluss. Aber natürlich zählen da auch die Leistungen mit der A-Nationalmannschaft dazu. Der Sieg gegen Litauen und die EM-Qualifikation vor toller Kulisse in Bern. Die EM in Slowenien, an welcher wir gegen Kroatien einen Punkt holten und Ungarn bis zum Ende forderten. Da fiel bei mir ein grosser Druck ab. Denn vor dem Turnier hiess es hinter vorgehaltener Hand: Was macht dieser Mann? Warum bietet er ein solch junges Team auf? Nach diesen Partien war klar: Die besten Spielerinnen haben die Schweiz an der EM vertreten.

Wie wirst du den Schweizer Handball in Zukunft verfolgen?
Der Schweizer Handball bleibt für mich ein Herzensprojekt, das ich nach wie vor eng verfolgen werde. Möchten die Spielerinnen einen Rat von mir für ihre Karriere, gebe ich diesen auch in Zukunft. Das mache ich gerne.

Transferierst du jetzt «deine eigenen Talente» von der Schweiz zu Ferencvaros Budapest?
Das könnte sein – aber nur wenn sie sich weiterentwickeln (lacht). Ich möchte nun auch in Budapest etwas Nachhaltiges aufbauen, wir wollen auch in Zukunft eine gute Adresse sein für Handballerinnen, die Champions League spielen.

Abschlussfrage: Was traust du der Schweiz an der EM zu?
Ich möchte mich nicht auf einen Abschlussrang festlegen. Das Wichtigste ist für mich, dass man auch in Zukunft konsequent auf diese jungen Frauen baut und geduldig bleibt. Bis zur internationalen Spitze müssen sie noch einen Schritt gehen und das ist der wohl schwierigste. Wenn Vereine, Akademie, Nationalmannschaft und erfahrene Spielerinnen im Ausland sich aber gegenseitig unterstützen, dann kommt es gut mit dem Schweizer Frauen-Handball – und mit der Heim-EM.

ALBERTSEN'S TRAINER-STATIONEN

Martin Albertsen (49) übernahm 2018 den Cheftrainer-Posten der Schweizer Frauen-Nationalmannschaft. Der Däne kam vom deutschen Erfolgsverein SG BBM Bietigheim mit dem Auftrag, neue Impulse zu setzen und das Frauen Nationalteam sowie die 2020 eröffnete Handball-Akademie weiterzuentwickeln. Vorher war er in Viborg, Randers und Leipzig engagiert.

Als A-Nationaltrainer führte er die Schweiz zunächst wieder zu Siegen in den Qualifikationsphasen, im Frühjahr 2021 schnupperte es gegen Tschechien gar an der erstmaligen WM-Teilnahme. Ein Jahr später gelang den Schweizerinnen die Teilnahme an der EHF EURO 2022, an welcher man - als Aussenseiterin gestartet - einen historischen Punkt gegen Kroatien holte und das Turnier auf Rang 14 abschloss. Zahlreiche Akademie-Spielerinnen schafften unter seiner Führung den Sprung ins Nationalteam und in ausländische Clubs. Mit der U19-EM schliesst Martin Albertsen seine Aufbau-Arbeit mit dem beeindruckenden 7. Platz ab.

Albertsen führt seine Trainer-Karriere in Ungarn beim Champions League Finalisten Ferencvaros Budapest fort. Auch der bisherige Assistenz-Coach in der Frauen-Nationalmannschaft, Allan Heine, folgt Albertsen zu Ferencvaros.

Quelle: Raphael Bischof (Text), EHF (Foto)

 

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Martin Albertsen - kurze Amtszeit in Ungarn

  • Input Thomas - Titel: Ist das wirklich eine Überraschung?
  • Inhalt gross Thomas: Nein - oder doch JA. Persönlich hätte ich nicht so früh damit gerechnet. Also ein Jahr hätte ich ihm schon in Ungarn gegeben. Länger aber auch nicht und mit dieser Aussage habe ich in viele fragende Augen schauen müssen. Scheinbar ist man aber bei Ferencvaros Budapest (Ungarn) schneller als in anderen Ländern. Mit Ferencvaros Budapest trainierte Martin Albertsen ein Leistungsteam. Leistung ist gefragt - und zwar von allen Seiten. Klar ist es einfacher einen Trainer zu entlassen als 16 Spielerinnen. Aber wie hat auf Instagram jemand gepostet. "Du sagst, das Team ist schlecht. Dieses Team hat Champions League Erfahrung und hat letztes Jahr Top-Leistungen gezeigt. Es liegt nicht am Team - es liegt an dir!" Sowieso wurde auf Instagram (Albertsen_OUT) eine Art Hetzkampagne gestartet - und zwar schon früh. Clown-Lizenz sind da noch die harmlosen Prädikate. Das ist nicht fair. Ich denke, man muss nicht mit jedem und jeder Person auf einer Linie stehen und gutheissen, was diese Person tut - aber der Repesekt sollte bleiben. Und auf Instagram hat man diese Linie klar überschritten. Was nun? Ja, das frage ich mich auch. Mein WORST-CASE-SZENARIO wäre, wenn der SHV auf Martin Albertsen zurückgreift. Ich hoffe, es verhält sich so wie mit einer Geburt - es ist ein einmaliges Erlebnis...
  • Beitrag Obertitel: Martin Albertsen OUT
  • Beitrag Kurzinfo: Mit grossem Applaus seitens des SHV ist er nach Ungarn zu Ferencvaros Budapest (Ungarn) aufgebrochen. Dieser Verein hat Champions League Erfahrung und stellt Ansprüche an das Team und den Trainer STAFF. So zumindest könnte man in Kurzform den Verein interpretieren.
  • Beitrag Meta: Die Bombe platz früh - Martin Alberts ist nicht mehr Trainer von Ferencvaros Budapest (Ungarn). Insbesondere nach erfolglosen Partien in der Champions League trennen sie der Headcoch und Ferencvaros Budapest (Ungarn). Ein kurzes Gastspiel nimmt ein fast noch schnelleres Ende.
  • Beitrag Autor: Quelle: Thomas Huber + FRADI.HU(Text), FRADI.HU (Foto)

Der beim SHV unter dem Prädikat «Erfolgscoach» bekannte ehemalige Handball Nationaltrainer Martin Albertsen macht Schlagzeilen. Heute (04.10.2023) wurde bekannt, dass sich Martin Albertsen vom Verein Ferencvaros Budapest (Ungarn) nach einem kurzem Auftritt per sofort trennt.

Die offizielle und übersetzte Meldung, welche im Internet zu vernehmen ist lautet wie folgt:

«Martin Albertsen geht»
Auf Wunsch des Cheftrainers der FTC-Frauenhandballmannschaft brachen der Verein und der Spezialist den Vertrag. Martin Albertsen und Ferencváros lösten den Vertrag auf Wunsch von Martin Albertsen im gegenseitigen Einvernehmen auf. Wir danken dem dänischen Spezialisten für seine Arbeit und wünschen ihm viel Erfolg für seine weitere Karriere! Der derzeitige zweite Trainer, Allan Heine, wird vorübergehend die Leitung der Mannschaft übernehmen.

Weitere Details sind - zumindest mir - bis dato nicht bekannt. Ich gehe aber schwer davon aus, dass die Fehler seitens des Vereins zu suchen sind. Alles andere wäre ein Überraschung - zumindest hätte es Première.

Was beim SHV Jahre gedauert hatte, wurde bei Ferencvaros Budapest (Ungarn) innert wenigen Monaten scheinbar erkannt. Die - aus meiner Sicht - Hetzkampagne auf Instagram (Albertsen_OUT) hat sicher auch nicht positiv für ein weiteres Engagement des Dänen in Ungarn beigetragen. Es ist aber schon auffällig, dass bestimmte Aussagen einem so vorkommen als hätte man diese schon einmal gesehen, gehört oder gelesen. Nichts desto trotz - das hat man nicht verdient.

Aber! Ja - ich bin froh, dass die Trainerstellen in den nationalen Leistungsgefässen in der Schweiz besetzt sind. Eine Schlagzeile «MARTIN ALBERTSEN zurück in der Schweiz» - naja; Freude interpretiere ich etwas anders. Interessant hingegen wäre zu sehen, wie es sich bei einem SPL1-Team verhält. Aber nein - für ihn und seine Familie hoffe ich, dass der Weg in Richtung Heimat oder seiner Familie geht. Familie lebt sich m.E. schöner, wenn sie beisammen ist.

Und somit wünsche ich Martin Albertsen alles Gute und eine gute Reise. Wohin sie führen wird - man wird es ganz sicher erfahren..

 

 

 

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FRAUEN-NATIONALTRAINER MARTIN ALBERTSEN VERLÄSST DEN SHV

  • Input Thomas - Titel: Der Rücktritt von Martin Albertsen kann auch Luft zum atmen bringen
  • Inhalt gross Thomas: Man muss nicht lange drum herum reden - nicht alle sind über den Weggang von Martin Albertsen unglücklich. Auch ich gehöre zu diesen Stimmen. Zuviel hat man mitbekommen - oder eben nicht mitbekommen. Dazu kommen persönliche Inputs im Rahmen meiner ehemaligen Trainertätigkeit, was meine Meinung über MA nicht wirklich zum Jubeln gebracht hätte. Es ist nicht alles schlecht, was der scheidende Nationaltrainer gemacht hat. Seine Art das Umfeld für Höheres zu begeistern und daran zu glauben ist bewundernswert. Die Leitung des OYM hat sicherlich optimal begonnen. Mit dem Wegzug der Familie zurück nach Dänemark, dem damit verbundenen seltenen Erscheinen des Nationaltrainers Vorort im OYM hat aber viele Leute vor den Kopf gestossen. Verstanden haben sehr viele das nicht wirklich. Dass dann bei einem Bericht des SRF erwähnt wird, dass MA täglich in der Halle steht und die Jungtalente trainiert war aber dann doch zu viel. Ich könnte hier noch einiges von mir geben - lasse es aber sein und nehme dankend zur Kenntnis, dass sich für die Schweizer Nationalmannschaft im Hinblick auf die EM 2024 weite Tore öffnen und insbesondere erfahrene Spielerinnen hoffentlich den Weg wieder zurück in die Nationalmannschaft finden. Dabei denke ich nicht nur an Xenia Hodel.. Wer wird nun neuer Nationaltrainer? Keine Ahnung - aber der Vertrag von Urs Mühlethaler beim HSC Kreuzlingen als Sportchef läuft ja aus. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass er als Interimslösung bis zur EM 2024 das Team übernehmen könnte. Es wäre sicherlich ein Bruch mit der Philosophie, wie sie bisher geherrscht hat. Seine Aussage anfangs Saison, dass man aufpassen muss, die SPL1 nicht zur «U20-Juniorinnen-Liga» mutieren zu lassen würde wohl darauf hindeuten, dass es auch wieder vermehrt erfahrene Nationalspielerinnen geben würde. Also hin zur Nationalmannschaft mit den besten Spielerinnen der Schweiz und nicht den besten TOP-Jungtalenten vom OYM. Man darf mich nicht falsch verstehen; die Spielerinnen am OYM sind sehr talentiert, haben enorm viel Potential, investieren alles für diesen Handballsport und gehören zweifellos in eine Nationalmannschaft. Stellt sich einfach die Frage - in welche? Müssen sie jetzt schon im A-Team fester Bestandteil sein, tragende Rollen übernehmen oder darf man sich die Sporen auch noch zuerst in der SPL1 oder gar Ausland abverdienen..? Wir sprechen hier von 17, 18, 19 jährigen Spielerinnen. Auf alle Fälle - es wird spannend... - ...und zum Glück habe ich ja nichts zu sagen!
  • Beitrag Obertitel: Frauen Handball Nationalmannschaft
  • Beitrag Kurzinfo: Sein Rücktritt hinterlässt eine grosse Lücke - das sehen zum Glück nicht alle so.
  • Beitrag Meta: Die «Bombe» ist geplatzt. Was schon 2 Tage vor seinem offiziellen Rücktritt im Dänischen TV gemutmasst wurde, bestätigt nun der SHV auf seiner Homepage nach der Information durch den SHV an alle Nationalspielerinnen.
  • Beitrag Autor: Quelle: Raphael Bischof (Text), Adrian Ehrbar, Alexander Wagner, EHF (Fotos)

Martin Albertsen, Cheftrainer des Frauen-A-Nationalteams, der CONCORDIA Handball Akademie Frauen und des Frauen-U20-Nationalteams, verlässt den Schweizerischen Handball-Verband (SHV) nach dieser Saison.

Der SHV und Martin Albertsen gehen ab der neuen Saison getrennte Wege. Der Däne, der beim Verband noch einen Vertrag bis Ende Jahr 2024 hat, setzt seine Trainer-Karriere bei einem europäischen Spitzenklub fort. Die involvierten Parteien geben den neuen Arbeitgeber von Albertsen aus vertraglichen Gründen erst anfangs Juni bekannt.

Martin Albertsen hatte seinen Wechsel-Wunsch den Verantwortlichen vor einigen Tagen mitgeteilt. Nach einer genauen Analyse der Situation konnten sich nun alle Seiten auf die vorzeitige Auflösung des Vertrages beim SHV einigen, über die Ablösemodalitäten vereinbaren der Verband und der betreffende Klub Stillschweigen.

Der Abschied fällt Albertsen nicht leicht. «Ich möchte mich beim Verband und der ganzen Handball-Schweiz für fünf tolle Jahre bedanken. Ich bin stolz – sowohl auf die Leistungen der National- als auch auf jene der Akademiespielerinnen. Der Schweizer Frauen-Handball hat in den vergangenen Jahren auf europäischer Ebene ein Ausrufezeichen gesetzt. Die Zukunft sieht sehr rosig aus. Die Chance, die sich mir nun aber bietet, kommt vielleicht nur einmal im Leben.»

Albertsen fügt noch einen speziellen Dank an: «Ich möchte an dieser Stelle auch die Arbeit aller Co-Trainer*innen und sonstigen Bezugspersonen sowohl auf Stufe Nationalmannschaften als auch in der Akademie herausstreichen. Ohne sie wären die Schweizer Erfolge nicht möglich gewesen.»

Der 49-jährige Däne coachte die Frauen-Nationalmannschaft seit 2018. In den ersten beiden Jahren war er parallel dazu auch Trainer des aktuellen deutschen Meisters SG BBM Bietigheim. Dieses Amt legte er im Sommer 2020 nieder und wechselte in einem 100%-Pensum zum SHV – neben dem Job als A-Nationaltrainer übernahm Albertsen auch die Leitung der im August 2020 eröffneten CONCORDIA Handball Akademie Frauen. Seit dieser Saison fungierte er überdies auch als Frauen-U20-Nationaltrainer.

Zentralpräsident Pascal Jenny bedauert den Abgang von Martin Albertsen. «Im ersten Moment erfasste mich eine grosse Enttäuschung, dass unser erfolgreicher Trainer Martin Albertsen aus einem laufenden Vertrag anderthalb Jahre vor der Heim-EM abgeworben wird. Nach dem offenen Gespräch mit Martin freute es mich jedoch, ihm diese Chance zu ermöglichen. Zumal auch alle unsere Vorgaben für eine frühzeitige Vertragsauflösung erfüllt wurden. Martin wird eine Lücke hinterlassen. Diese bietet dem Schweizer Frauen-Handball auch Möglichkeiten für neue Inputs. Wir denken als Verband in Chancen. Martin kann ich nur von ganzem Herzen für seine überragende Arbeit beim SHV danken.»

Chef Leistungssport Ingo Meckes fügt an: «Ich bedanke mich bei Martin für die stets offene, erfolgreiche, konstruktive und freundschaftliche Zusammenarbeit. Er hat entscheidend dazu beigetragen, den Frauenhandball in der Schweiz auf ein neues Level zu hieven. Nun wartet eine in seiner Trainerkarriere vielleicht einmalige Chance auf ihn.»

Unter Martin Albertsen erlebte der Schweizer Frauen-Handball einen grossen Aufschwung. Die Vorwärtsstrategie der Vereine in der SPAR Premium League (SPL) und die damit verbundene Professionalisierung führte die Schweiz in Kombination mit der Arbeit des 49-jährigen Dänen zu sofortigen Erfolgen. Nach Albertsens Amtsantritt 2018 schaffte es die Frauen-Nati auf Anhieb in die WM-Playoffs, etwas das diesem Team zuvor nie gelungen war. Im Frühjahr 2021 schnupperte es gegen Tschechien gar an der erstmaligen WM-Teilnahme. Ein Jahr später gelang den Schweizerinnen die Teilnahme an der EHF EURO 2022, an welcher man als krasse Aussenseiterin gestartet einen historischen Punkt gegen Kroatien holte und das Turnier auf Rang 14 abschloss.

Als Cheftrainer der CONCORDIA Handball-Akademie in Verbindung mit der Übernahme des weiblichen U20-Nationalteams hinterlässt Albertsen ebenfalls beeindruckende Spuren. Unter seiner Ägide schafften es zahlreiche Akademie-Spielerinnen in die A-Nationalmannschaft; mit Norma Goldmann (Bad Wildungen) und Alessia Riner (Neckarsulm) wechseln die ersten Abgängerinnen in diesem Sommer bereits in die erste Bundesliga nach Deutschland. Im weiblichen Nachwuchsranking der EHF wird die Schweiz inzwischen auf Rang 10 in Europa geführt.

Ganz beendet sind die Tätigkeiten von Albertsen beim Verband noch nicht. Bis Ende Saison leitet er nach wie vor die Akademie-Trainings, abschliessend wird er die Schweiz an der U20-EM in Rumänien vom 6. – 17. Juli 2023 coachen.

Mit dem Abgang des Dänen muss der Schweizerische Handball-Verband den Posten des A-Nationaltrainers, des U20-Nationaltrainers und des Akademie-Trainers neu besetzen. Die Suche nach einer Nachfolge-Lösung ist in vollem Gange, auch laufen Gespräche mit dem bisherigen Coaching-Staff bezüglich der neuen Situation. Der SHV wird Neuigkeiten zum gegebenen Zeitpunkt wieder kommunizieren.

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LK Zug Handball - 2 Jahre danach

  • Input Thomas - Titel: Wieso auf Rückraum Rechts
  • Input Thomas - Inhalt: Man kann es nicht übersehen - aber Noémie Suter kann ihr Potential zu 100% auf der Rückraum Mitte abrufen. Sie ist eine Allrounderin - keine Frage. Sie kann auf allen Positionen spielen - keine Frage. Aber das könnte Andy Schmid auch - keine Frage. Persönlich finde ich es schade (aber das ist nur meine Meinung), dass im Frauenhandball die Entscheidungen der Nationaltrainer einen derart grossen Einfluss darauf haben, auf welcher Position Spielerinnen eingesetzt werden sollen. Betrachtet man es nüchtern, dann muss man auch ehrlich sein. Kommt nämlich eine Linkshänderin mit Leistungsresultaten, wird eine Rechtshänderin links liegen gelassen. Übrigens genau so, wenn sie mit grossen Verletzungen ausfallen - aber das ist ein anderes Thema. Da fragt man sich einfach, ist das im Sinne der Spielerin oder dienen Spielerinnen einfach als (Trainings-)Füllmaterial für bestimmte Gefässe? Was, wenn die Spielerinnen nicht mehr in der Nationalmannschaft spielen können - werden sie dann plötzlich attraktiv für die «richtige Position»? Eine Nachfrage vor 3 Jahren bei einem SPL1-Trainer hat dies zumindest genau in diese Richtung bestätigt. Für mich nicht fair gegenüber den Spielerinnen...
  • Inhalt gross Thomas: Man kann es nicht übersehen - aber Noémie Suter kann ihr Potential zu 100% auf der Rückraum Mitte abrufen. Sie ist eine Allrounderin - keine Frage. Sie kann auf allen Positionen spielen - keine Frage. Aber das könnte Andy Schmid auch - keine Frage. Persönlich finde ich es schade (aber das ist nur meine Meinung), dass im Frauenhandball die Entscheidungen der Nationaltrainer einen derart grossen Einfluss darauf haben, auf welcher Position Spielerinnen eingesetzt werden sollen. Betrachtet man es nüchtern, dann muss man auch ehrlich sein. Kommt nämlich eine Linkshänderin mit Leistungsresultaten, wird eine Rechtshänderin links liegen gelassen. Übrigens genau so, wenn sie mit grossen Verletzungen ausfallen - aber das ist ein anderes Thema. Da fragt man sich einfach, ist das im Sinne der Spielerin oder dienen Spielerinnen einfach als (Trainings-)Füllmaterial für bestimmte Gefässe? Was, wenn die Spielerinnen nicht mehr in der Nationalmannschaft spielen können - werden sie dann plötzlich attraktiv für die «richtige Position»? Eine Nachfrage vor 3 Jahren bei einem SPL1-Trainer hat dies zumindest genau in diese Richtung bestätigt. Für mich nicht fair gegenüber den Spielerinnen...
  • Beitrag Obertitel: LK Zug Handball
  • Beitrag Kurzinfo: Es war vor 2 Jahren, als man beim LK ZUG mit allen drei Juniorinnenteams Schweizermeister geworden ist. Nun hat man mit zwei der Teams von damals erneut den Schweizermeistertitel in der höheren Kategorie geholt. Der LK Zug kann sich somit in der Saison 2022|23 gleich mit zwei Teams Schweizermeister nennen.
  • Beitrag Meta: «Meischter - Schwiizer Meischter, na, na, na...» - es schien, als ob die Zeit stehen geblieben ist. Die Stimmung in St. Gallen dominierten die Gäste aus Zug. Was im Hinspiel noch umgekehrt gewesen ist, hat man gedreht. Stimmung, Abwehr und das Resultat.
  • Beitrag Autor: Thomas Huber

Die FU18 Elite Juniorinnen des LK Zug haben am 13. Mai 2023 in St.Gallen das Rückspiel gegen den LC Brühl mit 19:24 für sich entscheiden können. Somit wird das Team zwei Jahre nach dem Schweizermeistertitel der FU16 Elite Juniorinnen erneut Schweizermeister. Was während der Saison nicht unbedingt als höchst wahrscheinlich anzusehen war, ist also trotzdem wahr geworden. Ähnlichkeiten zum Titel vor zwei Jahren sind unverkennbar.

Die Tatsache, dass ich selber mit diesem Team in der Saison 2020|21 zum Abschluss meiner "Trainerkarriere" den Schweizermeistertitel gewinnen konnte, inspiriert mich, diesen Bericht zu verfassen. Persönlich fühle ich mich mit diesem Team einfach verbunden und ich darf mich glücklich schätzen, dass es von diesem Team einige Spielerinnen gibt, welchen den Kontakt nicht haben abreissen lassen. Und was ich nach dem Sieg in St. Gallen erleben durfte waren sehr viele Emotionen, Dankbarkeit und einen wunderschönen Abend. Aber jetzt geht's mal zum Spiel.

Vorhersage ist eingetroffen

Als man mich gefragt hat, ob das Team den Titel nach der knappen Niederlage in Zug holen würde lautete meine Antwort: «Nach einem wirklich sehr guten Spiel und der nur knappen Niederlage muss man taktisch ganz bestimmte Dinge ändern - sonst wird es wohl trotzdem nicht klappen». Der Trainerstaff hat das Team wohl optimal auf das Rückspiel vorbereitet und in der zweiten Halbzeit hat man genau diese taktischen Veränderungen vorgenommen. Basis für den Sieg ist aus meiner Sicht die Defensive und die dahinter fantastisch agierende Seraine Kurattli. Was Zoé Osterwalder im Hinspiel, hat Seraina Kurattli im Rückspiel auf die Platte legen können. Dazu gekommen ist das Spiel der Spiele von Noémie Suter auf Rückraum Mitte und der unbeugsame Wille von Sabrina Rüegg. Aber auch Fellina Wagner hat für mich entscheidende Akzente im richtigen Moment setzen können.

Noémie Suter - 13/13

Sie ist - zumindest aus meiner Sicht - ein riesiges Talent. Aber nicht auf Rückraum Rechts - sondern auf Rückraum Mitte. Und ich bleibe dabei! Denn genau das war unter anderem wohl auch der Schlüssel zum Schweizermeisteritel 2022|23. Mit einer 100%-igen Wurfquote sowohl 8x von der 7m-Linie und 5x aus dem Spiel heraus ragt sie in dieser Partie - auch mit ihrem Strahlen - einfach heraus. Noémie leitete das Spielgeschehen, setzte Akzente und verlagerte die Spielabschlüsse vermehrt auf die linke Seite, wo man mit Sabrina Rüegg einfach die grösseren erfolgreichen Abschlusschancen erwarten durfte. Schlussendlich ist es für die rechte Flügelspielerin als Rechtshänderin schlicht und ergreifend sehr schwer zum Vollerfolg zu kommen. Vorne erfolgreich und in der Abwehr die Arbeitsmaschine, unter anderem im Duell mit der Brühlerin Aurora Bitzi. Noémie hat in dieser Partie Aurora Bitzi komplett abgemeldet. Mit zwei Toren aus dem Spiel (plus 1x von der 7m-Linie) blieb die Brühlerin weit unter ihren normalen Werten. Ausschlaggeben war das Abwehrverhalten und die Tatsache, dass man Aurora nicht ohne Kontakt laufen gelassen hat. Dabei sind die koordinativen Defizite extrem aufgefallen, wenn sie Kontakt zur Abwehrspielerin hatte. Dass man generell nicht mehr über die Kreisläuferin spielt - verstehe ich hingegen nicht ganz.

Phasenweise 84% Quote für Seraina Kurattli

Ein weiteres Puzzle-Teil in dieser Partie war Seraine Kurattli. Sie verlässt den LK Zug auf die kommende Saison und wechselt zu GC Amicitia Zürich (SPL1) mit Jahrgang 2007. Schade, dass man sie in Zug nicht halten konnte - sie wird in den nächsten Jahren noch viel von sich hören lassen, insofern ihr Körper es zulässt und man ihr die Zeit für die (auch körperliche) Entwicklung gibt. War es im Hinspiel noch Zoé Osterwalder, welche überragend gehalten hat, war es in diesem Spiel Seraina, welche mit Ihren Paraden mehrfach und immer wieder glänzte. In der zweiten Halbzeit - gestärkt durch eine fantastische Abwehr - hielt sie ihr Tor während 16 Minuten «trocken» und kassierte kein einziges Tor. Diese Phase war es denn auch, welche dem LK Zug den schlussendlichen Vollerfolg sichert. Die Körpersprache von Seraina war vor dem Spiel schon fast Angst einflössend. Sie wirkte konzentriert, fokussiert und enorm motiviert. Nach der letzten - nicht wirklich überzeugenen Partie - wollte sie sichtlich zum Abschluss ihrer Zeit beim LK Zug zeigen, welche Fortschritte sie in den letzten 3 Jahren gemacht hat. Es ist ihr gelungen und es ist ihr wahrlich zu gönnen.

Abwehr stellt ein Bollwerk

Eine gute Torhüterleistung geht häufig mit einer kompakten und guten Abwehr in Einklang. Das war auch in diesem Spiel so. Die Abwehr - sicher das Prunkstück an diesem Nachmittag - liess schlussendlich lediglich 19 Gegentore zu. In der ersten Halbzeit musste man sich 12x und in der zweiten Halbzeit lediglich 7x vom Gegner bezwingen lassen. Es war als stände da eine Wand und die Brühlerinnen rannten ständig dagegen. Je länger das Spiel dauerte je mehr kam es einem vor, als ob beim Gegner die knappe Cupfinal-Niederlage gegen HV Herzogenbuchsee eine Negativspirale herbeiführte. Auch die Gestiken der Trainerin sprachen Bände. Sie wirkte in dieser Phase fast etwas ratlos und musste es den Spielerinnen überlassen, wieder aus dem Tief zu kommen. Nach 50 Spielminuten stand es 14:22 und alles deutete darauf hin, dass das Spiel gelaufen war.

Der LC Brühl schaffte es dann aber plötzlich wieder Fuss zu fassen und verkürzte seinen Rückstand kontinuierlich. Erst in der 56 Minute schafften es die Zugerinnen wieder ein Tor zum 17:23 zu erzielen. Danach konnten immer wieder die Brühlerinnen jubeln - der LK Zug zeigte in den letzten Minuten Nervenflattern und musste technische Fehler, Fehlwürfe und eine Zeitstrafe zulassen. Doch 30 Sekunden vor Schluss war es dann wieder Seraina Kurattli, welche den letzten Wurf von Ursina Schnider parierte. Das Spiel war gelaufen und das letzte Tor der Zugerinnen zwar schön erspielt aber durch die Fassungslosigkeit der Gegnerinnen auch so zugelassen.

Verdienter Schweizermeistertitel

Der LK Zug ist Schweizermeister und nach dem Rückspiel auch verdient, wobei man daraus nicht interpretieren darf, dass der LC Brühl es nicht auch verdient hätte. Es waren zwei Partien auf Augenhöhe, für das Rückspiel schien der LK Zug aber präsenter, fokussierter und entschlossener zu sein. Eine starke Mannschaftsleistung - auch wenn es überragende Einzelspielerinnen gegeben hat - war Basis für diesen Titel. Die Zugerinnen tun gut daran, wenn sie auch weiterhin auf das Team setzen. Ein Team kann auf eine Einzelspielerin verzichten - eine Einzelspielerin niemals auf das Team.

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JA-Sager gibt's genug..!